Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

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„Zauberflöte à la Kepler-Gymnasium“

Samstag, 29. Feb. 2020
von Holger Luck

Beim 1. Ibbenbürener Opernfestival feierte am Freitagabend im Bürgerhaus das Ensemble aus Schülern des Johannes-Kepler-Gymnasiums und weiterer Schulen gemeinsam mit Musikern des Caucasian Chamber Orchestra und des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz Premiere. Das Publikum war begeistert. Auch die beiden weiteren Aufführungen am Samstag und Sonntag sind ausverkauft.

Titelbild

Als rund 100 Besucher des 1. Ibbenbürener Opernfestivals sich am Freitagabend die Einführung zur „Zauberflöte“ in einem dafür viel zu kleinen Raum anhören wollten und dann auch noch der Beamer für die Präsentation ausfiel, begann die Veranstaltung etwas holperig. Das sollte aber die einzige kleine Panne an diesem denkwürdigen Opernabend bleiben. Der Rest war überwältigend, mitreißend, machte sprachlos.

„Einzigartiges Projekt“

Ein „spannendes, in Deutschland einzigartiges Projekt“, nannte Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer das, was das Johannes-Kepler-Gymnasium in den letzten Monaten unter der Leitung von Uwe Berkemer auf die Beine gestellt hatte. Und die Premiere im ausverkauften Bürgerhaus gab ihm in jeder Hinsicht Recht. Die „Zauberflöte“ à la Kepler-Gymnasium – das war Operngenuss der besonderen Art, ganz so wie er sein sollte: Leicht und beschwingt, bodenständig, mit ganz viel Humor. Eine Inszenierung der überaus sympathischen Art, bestens geeignet gerade auch für Operneinsteiger. Im Zentrum des märchenhaften Geschehens und damit besonders im Rampenlicht standen die Solisten. Sie agierten nicht nur gesanglich sondern auch schauspielerisch auf hohem Niveau. Tamino (mit viel Bühnenpräsenz: Silas Gräbert), Pamina (mit Luna Hellweg, Esther Frey und Marie Henkel dreifach toll besetzt), Sarastro (mit tiefem Bass aus Tiflis angereist: Levani Tandashvili), die Königin der Nacht (mit Glanz und Glamour: Zoe Bosse), Monostatos (tragisch und finster: Jonas Engelsberg), und allen voran natürlich Papageno (Aaron Hinnah) als federgeschmückter Sympathieträger, der das komödiantische Potential der Rolle voll ausschöpfte, das Publikum immer wieder erdete und federleicht durch die komplexe Handlung führte.

Drei Stunden Spieldauer

Für das Gesamtkunstwerk nicht weniger wichtig und mit ihren Leistungen ebenso überzeugend waren die vielen Nebendarsteller, vor allem der altersgemischte Chor, der besonders in den großen Ensemble-Szenen beeindruckte. Eine Etage tiefer, im Orchestergraben, harmonierten die von Berkemer dirigierten Musiker perfekt mit den Akteuren auf der Bühne. Jeder Ton zeugte von der herausragenden Qualität des Caucasian Chamber Orchestra und der Bläser des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz.

Last not Least überzeugte das Bühnenbild mit den beiden beweglichen Treppenelementen. Es erwies sich gerade in seiner Schlichtheit als wirkungsvoll, stahl den Akteuren nicht die Show, sondern setzte sie gekonnt in Szene.

Trotz mehr als drei Stunden Spieldauer war das Spektakel selbst für Nicht-Opernfans keine Minute langweilig. Eine augenzwinkernde Interpretation, die mitriss und am Ende mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen die angemessene Würdigung fand. Dass auf der Internetseite zur Aufführung vom „1. Ibbenbürener Opernfestival“ die Rede ist, lässt hoffen, dass dieses grandiose Debüt irgendwann seine Fortsetzung findet.

IVZ vom 29.02.2020

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