Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

Brief Wilhelmstraße 210, 49477 Ibbenbüren    Hoerer 05451 / 9280    Klammeraffe mail@kepler-gymnasium.de

Projekt Quartiersentwicklung: Begegnungszentrum und Kepler-Gymnasium richten Taschengeldbörse ein

Von Linda Braunschweig

Taschengeldboerse

IBBENBÜREN. Sie sind voll motiviert und sie wollen Senioren helfen: Neun Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums stehen für die Neugründung einer Taschengeldbörse in Ibbenbüren bereit. Sie hoffen, dass sie künftig noch weitere Mitstreiter ab 14 Jahren finden – und viele Senioren, denen sie unter die Arme greifen können.

Das neue Angebot ist Teil des Projekts „Quartiersentwicklung für ein seniorengerechtes Ibbenbüren“, initiiert vom Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche. Neben der Taschengeldbörse gehörte auch das Angebot von Rikscha-Fahrten sowie ein Senioren-Info-Mobil dazu (wir berichteten).

Die Taschengeldbörse soll nachbarschaftliche Strukturen neu beleben. Als Lehrerin Marlies Stieneker davon hörte, fand sie die Idee sofort faszinierend – und begann direkt, sich unter ihren Schülern umzuhören. Lange suchen musste sie nicht. Mit Viktor Michel, Amelie Brahm, Marilena Reinsch, Doreen Verfürth, Leonie Runde, Celina Winter, Lisa Knopf, Emily Hoffmann und Greta Stallfort fand sie schnell neun Schüler, die mitmachen wollten. Inzwischen haben sich Stieneker, die von Referendarin Katharina Jasper unterstützt wird, und die Zehntklässler schon einige Male getroffen und zusammen mit Elke Stalljohann vom Begegnungszentrum ein Konzept entwickelt.

Ansprechpartnerin für die Senioren ist Karin Steingröver. Sie wird künftig in einer wöchentlichen Telefon-Sprechstunde Wünsche von ihnen entgegennehmen und diese an die Schüler weiterleiten. Das kann alles sein – vom Rasenmähen über Unterstützung beim Einkaufen, Hilfe am PC oder Gassi gehen mit dem Hund.

Dass bei dem Projekt Alt und Jung zusammenkommen, finden die Schüler interessant. Kontakt zu älteren Menschen haben sie außerhalb der eigenen Familie eigentlich nicht, erklären die Zehntklässler im Gespräch. Neben den Aufgaben, die sie für die Senioren übernehmen wollen, setzen die Jugendlichen auch auf den Kontakt.

So gehen zum Beispiel Greta Stallfort, Lisa Knopf und Marilena Reinsch davon aus, dass die Jugendlichen mit den Senioren auch ins Gespräch kommen. „Die Geschichten sind sicher gerade für diejenigen interessant, die keine Großeltern haben“, sagt Marilena. Andersherum sei es genauso: Wer keine Enkel habe, werde vielleicht den Kontakt zu den Jugendlichen schätzen.

Und Celina Winter ahnt, dass zwischen den Generationen manchmal Welten liegen. Auch deshalb sei der Austausch wichtig. Sie sei sozial eingestellt, erklärt Amelie Brahm, warum sie sich sofort bereit erklärte mitzumachen. Doreen Verfürth geht davon aus, dass sie bei dem Projekt auch viel lernen kann. Es sei wichtig, Hilfe anzubieten, gerade wenn Menschen krank seien. Sie kann sich gut vorstellen, mit den Senioren einkaufen zu gehen oder im Haushalt anzupacken. Leonie Runde und Viktor Michel können sich gut vorstellen, die Koordination der Hilfen zu übernehmen.

Für ihre Leistungen sollen die Schüler fünf Euro pro Stunde erhalten. „Das ganze muss sich einspielen“, ahnt Karin Steingröver, dass die Senioren erst einmal Vertrauen in das Projekt und die Jugendlichen gewinnen müssen. Ganz wichtig ist den Organisatoren, deutlich zu machen, dass es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis handelt, sondern vielmehr um die gute alte Nachbarschaftshilfe zur Aufbesserung des Taschengelds.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Taschengeldbörse steht in den Startlöchern. In Kürze wird es eine Telefon-Sprechstunde für interessierte Senioren geben. Dort können sie mitteilen, wo sie Hilfe gebrauchen könnten. Das kann regelmäßige Garten- oder Haushaltsarbeit sein, aber auch einmalige Aktionen wie das Aufräumen eines Schuppens oder Lösen von Computerproblemen. Gesucht werden nicht nur Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, die sich engagieren wollen, sondern auch Senioren, die erste „Aufträge“ vergeben möchten. Weitere Infos zu dem Projekt erteilt Elke Stalljohann unter ☎05451/ 966416 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Nummer der Sprechstunde wird in Kürze bekannt gegeben.

»Ich finde es gut, soziale Strukturen wieder zu beleben. Heute ist ja alles eher individuell ausgerichtet.«

Viktor Michel (16)

IVZ vom 06.11.2019

Zum Seitenanfang
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.
Datenschutzerklärung Ich bin einverstanden