Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

Brief Wilhelmstraße 210, 49477 Ibbenbüren    Hoerer 05451 / 9280    Klammeraffe mail@kepler-gymnasium.de

Hinter den Kulissen der Zauberflöte

Sonntag, 01. Mrz. 2020 - 06:00 Uhr
von Linda Braunschweig

smo 2020 prem

Der Schlussakkord ist gerade gespielt, da ruft jemand im Publikum laut „bravo“. Es ist der Beginn eines fünfminütigen Beifalls und gleichzeitig das Ende der Premiere der Zauberflöte. Drei Stunden haben die Akteure vor und hinter der Bühne konzentriert gearbeitet. Jetzt ruft Uwe Berkemer: „Alle nochmal raus.“ Und die Schüler genießen für diesen Abend ein letztes Mal den Applaus. Dann drängen sich alle durch den engen Flur in den Katakomben des Bürgerhauses. Jubel klingt aus dem Raum, an dem „Kostüm und Maske“ steht.

„Hingabe und Disziplin“

Ganz anders sah das noch fünf Stunden zuvor aus. Um 18 Uhr herrscht dort, wo sich Zoe Bosse, Jonas Engelsberg und Luna Hellweg und Co. in die Königin der Nacht, Monostatos, Pamina und all die anderen Rollen verwandeen, eine ordentliche Portion Nervosität. „Mir ist schlecht“, „so la la“ lauten die etwas matten Antworten der Nachwuchs-Opernsänger auf die Frage, wie es ihnen geht. Kein Wunder. Denn das, was sie da auf die Bühne zaubern wollen, ist mehr als anspruchsvoll. „Sechs bis acht Wochen“ würde man normalerweise für so etwas proben, hatte Regisseur Marcus Grolle vor der Premiere erzählt. Die Schüler, denen der Profi „ganz viel Disziplin und Leidenschaft, Hingabe und Liebe“ bescheinigte, hatten nur fünf Tage. Nun also ist es soweit. In der Garderobe läuft Musik, Foo Fighters und A-ha. Bei „Take on me“ singen alle mit. Nebenan erklingen Tonleitern. Auf dem Flur warten Sänger des Chors, essen, spielen auf ihren Handys. Das Orchester geht noch einmal Teile der Aufführung durch.

„Schauen, schauen, schauen“

19.10 Uhr: Letzte Besprechungen. Uwe Berkemer ist überall. „Ihr müsst schauen, schauen, schauen, dann wird das schon“, ermutigt er und meint den Blick zu ihm, dem Dirigenten. 15 Minuten später stehen die ersten hinter der Bühne parat. Gerrit de Vries und Franjo Meyering sind die Inspizienten. Sie werden in den nächsten drei Stunden viele Meter machen, immer wieder auf den Ablauf auf ihren Klemmbrettern schauen, markieren und abhaken. „Wir gucken, dass alle Darsteller mit Kostüm und Requisiten rechtzeitig auf der Bühne sind“, erklärt Gerrit. Und das regeln sie so gut, dass während der gesamten Aufführung hinter der Bühne Ordnung herrscht. Hektik? Fehlanzeige. Auch Lennard Bladt und seine Mitstreiter machen sich bereit. Sie bewegen das schwere Bühnenbild während der Aufführung sieben Mal. Dabei sitzen zwei von ihnen in den riesigen Treppen, um im passenden Moment die Bremsen zu lösen.

„Du schaffst das“

19.31 Uhr. „Du schaffst das“ und ein freundschaftlich Schulterknuff – Silas Gräbert erhält viel Zuspruch. Der Druck ist groß. Er hat den allerersten Gesangspart und auch sonst viele Szenen zu singen. Hinter der Bühne wird es still. Die Ouvertüre. Dann geht‘s los. Papageno (Aaron Hinnah) murmelt noch ein „Oh Gott“, bevor er die Bühne zum ersten Mal betritt. 20.20 Uhr: Zoe Bosse hat die erste ihrer beiden Arien gesungen. „Das war gut“, sagt Jonas. Alle ermutigen sich gegenseitig. Das starke Gemeinschaftsgefühl ist in den vergangenen Monaten gewachsen. „Das spürt man auch auf der Bühne“, wird in der Pause eine Zuschauerin sagen.

Marcus Grolle lauscht hochkonzentriert, schmunzelt manchmal und sagt zur Pause um 21.03 Uhr: „Super“. Erste Erleichterung. Die Königin der Nacht sorgt sich dennoch um ihre zweite Arie. Ohne Grund. „Die Hölle kocht in meinem Herzen“ wird begeistert gefeiert. Alles läuft. Um 23.10 Uhr ist die Aufführung beendet. Die Schüler strahlen. Uwe Berkemer auch. Aufatmen. Die beiden weiteren Aufführungen werden genauso gut. Da sind sich alle sicher.

smo 2020 prem I

 

Fotostrecke: Hinter den Kulissen der Zauberflöte

Fotos: Linda Braunschweig, Ibbenbürener Volkszeitung

Zum Seitenanfang
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.