Kepler-Schüler besuchen Stolpersteine

Für die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9 a vom Johannes-Kepler-Gymnasium sind die Stolpersteine, die in Ibbenbüren an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, bei einem Unterrichtsgang sichtbar geworden.

Von Redaktion IVZ
Ibbenbüren · Samstag, 25.06.2022

Stolpersteine 2022

„Häufig gehen wir einfach darüber hinweg und nehmen die kleinen Gedenktafeln aus Messing, die im Gehweg eingelassen sind, gar nicht wahr. Für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a des Johannes-Kepler-Gymnasiums sind die Stolpersteine, die in der Stadt Ibbenbüren an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, sichtbar geworden“, heißt es in einem Pressetext. Die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten sind ein zentraler Bestandteil im Geschichtsunterricht, teilt die Schule mit. Mit der Integration der Stolpersteine in den Unterricht könnten Schüler für die Erinnerungskultur an den Nationalsozialismus sensibilisiert werden.

Nach einem kurzen Einstieg in die Bedeutsamkeit des Erinnerns machte sich die Gruppe in die Innenstadt auf, um auf einer vorher festgelegten Route einige Stolpersteine zu besuchen. Die App „Stolpersteine NRW“ lotste die Gruppe durch die Stadt und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen interaktiven Zugang zu dem Thema. Am jeweiligen Zielort angekommen, referierte jeweils eine Kleingruppe über das persönliche Schicksal der Person, derer durch den jeweiligen Stolperstein gedacht wird. Durch die in der App hinterlegten Bilder bekamen die Personen ein Gesicht und die zusätzlichen Informationen der Schüler gaben einen Einblick in die Leidensgeschichte der Opfer. Mit dem Anzünden einer digitalen Gedenkkerze an jedem Stolperstein konnten alle Neuntklässler ein Zeichen der Anteilteilname setzen.

„Ich habe die Steine vorher nie beachtet“ äußerten sich einzelne Schüler am Ende dieses Tages bei einer abschließenden Evaluation, teilt die Schule mit. Die Beschäftigung mit den Biografien der Opfer des Nationalsozialismus habe der Klasse einmal mehr gezeigt, welches Leiden die Menschen ertragen mussten. „Dass viele Opfer auch in Ibbenbüren gelebt haben, deren ehemalige Wohnorte besucht und mithilfe der App interaktiv erlebt wurden, hat bei den Neuntklässlern einen bleibenden Eindruck und offene Augen für die Stolpersteine hinterlassen“, zieht die für das Projekt verantwortliche Geschichtslehrerin Brigitte Bösing als Fazit.