Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

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Herausragende Musikliebe

Sonntag, 03. Nov. 2019 - 14:35 Uhr
von Sunhild Salaschek

Das Chor- und Orchesterkonzert am Freitag beeindruckte mit neuen Akzenten in der Konzeption und einer hoch emotionalen Atmosphäre.

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Die Besucher der voll besetzten Mauritiuskirche waren begeistert von dem guten Miteinander vom Caucasian Chamber Orchestra – einschließlich der Soloviolinistin Bela Berkemer-Makharadze – mit dem Schul- und Juniorchor des Ibbenbürener Johannes Kepler Gymnasiums sowie mit Mitgliedern des Kammerchors der Städtischen Musikschule (Leitung: Eva Bachmann) und natürlich von Uwe Berkemer, Gründer und Dirigent des Orchesters, der auch als Musikpädagoge des hiesigen Gymnasiums alle Fäden in seinen bewährten Händen vereint.

Das Caucasian Chamber Orchestra und Berkemer-Makheradze eröffneten den Abend mit dem Violinkonzert a-moll von Johann Sebastian Bach (BWV 1041). Dabei meisterten die zwölf Streicher des Berufsorchesters die fremde Akustik des großen Kirchenraumes mit zunehmender Selbstverständlichkeit, während die Solistin über dem immer dichteren Klangteppich brillierte.

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Auf diesen barocken Beginn folgten die beiden Gedichte „Frühlingsglaube“ und „Geheimnis“ für gemischten Chor und Streichorchester von Alexander Zemlinsky. Zemlinskys Werke durften zur Zeit des Nationalsozialismus ebenso wenig aufgeführt werden, wie die später auf dem Programm des Abends stehenden von Paul Hindemith, weshalb sie Berkemer dem Publikum und erst recht den Jugendlichen besonders nahe bringen wollte. Zemlinsky komponierte beide Gedichte schon 1896; sie konnten aber erst 1988 uraufgeführt werden. Ein ähnliches Schicksal hatte „The Song of Music“ von Hindemith. Beides wurde von den Chören mit Orchesterbegleitung bewegend vorgetragen.

Zwischen diesen beiden Gesangswerken präsentierte das Orchester die sehr viel unbeschwerteren „Antiche Dance ed Arie per Luito (Laute)“, die Ottorino Respighi in neoklassizistischer Manier aus Arien des 16./17. Jahrhunderts zusammengestellt und für modernes Instrumentarium transkribiert hatte.

Zum Abschluss des klassischen Konzertteiles interpretierte das Orchester das „Adagio for Strings“ von Samuel Barber. Auch Barber erlitt ein NS-Verbot, und doch ist dieses Stück wegen seiner emotionalen Intensität erstaunlich populär. Und gerade diese brachte das Orchester dem Publikum so nahe, dass schnell klar war, wieso die Komposition 2004 zum „traurigsten klassischen Stück“ gewählt wurde.

Das wirklich Herausragende dieses Konzerts war aber, wie das kaukasische Friedensorchester seine Heimatliebe und die Liebe zur Musik in den kaukasischen „Songs and Dances for Strings“ zum Ausdruck brachte.

Hierzu gab Uwe Berkemer einige Erläuterungen und stellte sich vor allem an die Seite von Komponisten aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien, die das Kulturgut der vielen volkstümlichen Melodien kunstvoll ausgestalten und lebendig erhalten.

Rauschender Beifall führte zu einer Zugabe, die Berkemer mit Orchesterbegleitung auch selbst sang. Ein wunderbarer Konzertabschluss.

IVZ vom 04.11.2019

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