Kosten erhöhen sich um fast eine Million Euro

Der Bau- und Infrastrukturausschuss der Stadt Ibbenbüren hat am Donnerstagabend den notwendigen Kosten für die Installation einer Lüftungsanlage im geplanten Anbau des Johannes-Kepler-Gymnasiums zugestimmt. Diese kostet immerhin 864.400 Euro. Zudem werden sich die Wartungskosten ein wenig erhöhen.

Von Sabine Plake
Freitag, 04.12.2020

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Die verschiedenen Parteien begrüßten aber alle den Vorstoß. Ulrike Sackarndt hielt den Schritt für sinnvoll, betonte aber: „Das ist ein Heidengeld“ und es sei eine Zukunftsentscheidung. „Dann kommen noch etliche Gebäude auf uns zu.“ Bezüglich der Kosten meinte sie: „Ist da dann auch wirklich alles drin?“ Ja, „all inclusive“, lautete die Antwort. Rainer Fischer (FDP) wunderte sich darüber, dass solche Anlagen nicht überall schon Pflicht seien.

Auf Nachfrage von Norbert Fluchtmann (Linke) erklärte Andreas Bullerdiek (agn Architekten Ingenieure Generalplaner – Ibbenbüren), dass die Anlage keine Viren filtere. Sie sei auch keine Klimaanlage. Aber sie sorge für dauernde Zufuhr von Frischluft, sodass die Konzentrationen im Raum auf konstantem Niveau gering seien. „Diese Anlage wird den Vorgaben des RKI gerecht“, ergänzte Bau-Dezernent Uwe Manteuffel. Ralf Stieneker (SPD) meinte, Autos würden ja auch nicht ohne ABS und Airbag verkauft. Es sei viel besser, die Anlage jetzt einzubauen, als nachzurüsten – als negatives Beispiel nannte er die Kepler-Halle.

Studie prüft Machbarkeit

Zuvor hatte die Verwaltung ausgeführt, dass bis dato nur eine mechanische Lüftung für die Erweiterung für die Bereiche Küche und Mensa sowie für innen liegende Räume und Toiletten vorgesehen war. Für alle übrigen Bereiche war eine natürliche Be- und Entlüftung über die Fensterflächen geplant.

„Ist da dann auch wirklich alles drin?“

Ulrike Sackarndt

Im Zuge der aktuellen Corona Pandemie wurde über das Thema des richtigen Lüftens in Schulräumen auch in den Ratsgremien der Stadt Ibbenbüren schon ausführlich diskutiert. Aus diesem Grund wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geprüft, ob im Bereich der Erweiterung für alle Räume eine Lüftungsanlage zu realisieren sei und wie hoch die Kosten für eine solche Lüftungsanlage sind.

Mario Schurbohm, Geschäftsführung BKS Architekten, stellte diese Machbarkeitsstudie mit Mitarbeitern in der Sitzung vor. Die Zentrale für die Anlage, deren Leistung sich von jetzt 7000 Kubikmeter Luft pro Stunde dann auf 12.000 erhöht, werde über dem 2. Stock liegen. Das Treppenhaus und die Flure werden nicht mechanisch belüftete, da das sehr aufwendig und kostenintensiv sei.

Fertigstellung verschiebt sich um 20 Wochen

Die Realisierung des Vorhabens wird sich durch die Änderung um 20 Wochen verschieben. Das sei aber das sogenannte „Worst-Case-Szenario“. Mit der Fertigstellung sei somit etwa im Januar 2023 zu rechnen.

Der Planungsprozess musste wegen der Machbarkeitsstudie gestoppt werden, „Sie haben sozusagen von rechts reingegrätscht“, so die Planer. Gewisse Leistungen hinsichtlich der Berechnungen und Umplanungen mussten noch einmal erbracht werden.

Am Johannes-Kepler-Gymnasium wird ein drei- geschossiger Ostflügel angebaut sowie eine großzügige Parkplatzanlage entstehen. Zum Vorbild nahmen sich BKS Architekten unter anderem das Keplersche Gesetz, das Inspiration für die ellipsenförmigen Bauteile war. Dort wird die Mensa sein. Im ersten Stock, der ebenso wie der zweite zurückspringt, ist die Schulleitung und das Lehrerzimmer plus Nebenräume. Im zweiten Stock ist der offene Ganztag untergebracht. Die Kosten liegen nach derzeitigem Stand bei rund 9,5 Millionen Euro.

IVZ vom 04.12.2020