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Eine Chance auf Bildung

In Nepal haben fast 600.000 Kinder noch nie eine Schule besucht. Wo Armut und Analphabetismus an der Tagesordnung sind, startete das Johannes-Kepler-Gymnasium aus Ibbenbüren im Jahr 2002 eine Schulpartnerschaft, um den Jungen und Mädchen der Gemeinde Lamidanda eine Zukunft zu bieten.


Nach einer abenteuerlichen Busfahrt von der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu nach Gorkha schnürt sich Franziska Wirtz-Königshausen die Wanderschuhe und schultert den Rucksack, denn ab hier muss die Delegierte des Schulprojektes Nepal des Johannes-Kepler-Gymnasiums ihren Weg auf einer Piste und zu Fuß fortsetzten. Sie hat die Herbstferien genutzt, um die Partnerschule am Dach der Welt zu besuchen. Nach sechs Stunden Jeepfahrt und einigen Stunden Fußmarsch erreicht die Lehrerin ihr Ziel: Die Schule von Lamidanda.
Seit acht Jahren engagiert sich das Johannes-Kepler-Gymnasium aus Ibbenbüren für das Schulprojekt in dieser entlegenen Region Nepals. „Dabei geht es nicht um Unterstützung einzelner Bedürftiger, sondern um nachhaltige Entwicklungshilfe im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe“, erläutert Wirtz-Königshausen.
Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Fast 40 Prozent der Menschen müssen mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Etwa zwei Millionen Kinder arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Sie haben deshalb kaum Gelegenheit, die Schule zu besuchen. Daher hat Nepal eine der höchsten Analphabetenraten der Welt, insbesondere in den ländlichen Gebieten und in der weiblichen Bevölkerung.
Die Kosten für die Ausbildung eines Kindes sind für die meist armen Familien unbezahlbar. Oft sind die staatlichen Schulen für die Kinder aus den verstreuten Dörfern nur schwer zu erreichen. Zudem ist die öffentliche Bildung unzureichend. Deshalb wurde in Lamidanda eine „Community School" von den Gemeinden in Eigeninitiative ins Leben gerufen. Die Gebäude wurden von den Männern mehrerer Ortschaften in Eigenleistung errichtet. Nach und nach wurden Lehrer eingestellt und Klassen aufgebaut, um möglichst viele Kinder zu einem mittleren Schulabschluss zu führen. Dies gilt für Jungen und Mädchen in gleicher Weise, unabhängig von dem finanziellen Hintergrund der Familie und deren Kastenzugehörigkeit. Je nach ihren Möglichkeiten zahlen sie Schulgeld, mit dem Bau und Instandhaltung der Gebäude, Ausstattung, Lehrmittel und Lehrer bezahlt werden. „Aus eigener Kraft geht diese Entwicklung nur langsam voran. Daher haben wir es uns zum Ziel gemacht, diesen Prozess durch eine finanzielle Unterstützung voranzubringen, um möglichst vielen Kindern eine Chance auf gute Bildung zu ermöglichen“, so Wirtz-Königshausen. „Denn Erziehung und Bildung sind der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung.“

Der Grundstein für dieses Projekt wurde gelegt, als Franziska Wirtz-Königshausen 2001 auf Einladung der nepalesischen Entwicklungsorganisation CCODER (Center for Comunity of Development and Research/Zentrum für Dorfentwicklung und deren Erforschung) in die Region reiste, um sich vor Ort ein Bild über die Verhältnisse zu machen. Weil das Kollegium des Kepler-Gymnasiums von dem großen Nutzen des Projektes überzeugt war, hat sich die Schule für eine längerfristige Partnerschaft entschieden. „Die Schule ist jedoch nur ein Teil des Projektes, vielmehr geht es um eine ganzheitliche Dorfentwicklung“, betont Wirtz-Königshausen. Mit Hilfe der Entwicklungsorganisation COODER werden die Dorfbewohner befähigt, sich selbst ein besseres Leben aufzubauen und demokratische Entscheidungen zu fällen.
Denn die meisten Menschen in Lamidanda leben in einfachsten Verhältnissen und haben keine Einkommensmöglichkeiten. Sie leben von dem, was sie auf ihren Feldern ernten. Daher sind viele Eltern nicht in der Lage, das Schulgeld für ihre Sprösslinge aufzubringen. Die Schulpartnerschaft mit dem Kepler-Gymnasium ermöglicht diesen Kindern einen Schulbesuch, in dem sie zunächst ein Jahres-Stipendium erhalten. Gleichzeitig nimmt die Familie an einem Einkommensprogramm teil, um ihre Lebensbedingungen selbstständig zu verbessern. Durch ein kleines Darlehen und entsprechende Trainings werden je nach den Gegebenheiten unterschiedliche Einkommensquellen oder Arbeitsmöglichkeiten, wie beispielsweise eine Molkerei oder die Kultivierung von Heilpflanzen, erschlossen. In der Regel sind die Familien dann nach spätestens drei Jahren in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder selbst aufzubringen.
„Mittlerweile besuchen über 200 Kinder die Schule“, so die Delegierte. Sie sind fröhlich und lernen gerne, nicht zuletzt dank der Lehrerfortbildung bezüglich neuer Lehr- und Lernmethoden, die das Kepler Gymnasium ausgearbeitet und finanziert hat. Denn in Nepal ist kaum ein Lehrer in Didaktik und Methodik ausgebildet. Üblicherweise läuft der Unterricht ähnlich wie in den Klosterschulen fast ausschließlich als Frontalunterricht ab, bei dem die Schüler im Chor gemeinsam wiederholen, was der Lehrer vorgestellt hat.
In Lamidanda werden neben Nepalesisch, Englisch, Mathe und Sachkunde (Science) auch traditionelle Aspekte unterrichtet, um die eigene Kultur zu bewahren.

„Nicht zuletzt durch die Unterstützung des Kepler-Gymnasiums hat die Schule inzwischen zehn Räume – genug für Klassen, Lehrerzimmer und Büro. Der Neubau des zusätzlichen Schulgebäudes ist in diesem Jahr abgeschlossen worden,“ berichtet Wirtz-Königshausen stolz. Ebenso hat das Ibbenbürener Gymnasium die Inneneinrichtung und die Anstellung neuer Lehrer finanziert. Außerdem wurden weitere Schulstipendien ermöglicht. Auch dass jetzt alle Häuser der Gemeinde eine Solaranlage für Licht, eine Außentoilette und einen augenschonenden Rauchabzug in der Küche und damit viele wichtige gesundheitlichen Verbesserungen im Alltag haben, ist der Ibbenbürener Unterstützung zu verdanken.
Aktionen wie Sponsorenläufe, Erlöse von schulischen Veranstaltungen oder Abiturentlassungsfeiern sowie private Sponsoren sorgen für Finanzspritzen, damit die Kinder in Lamidanda eine Zukunft haben.
Dass das Projekt auch von den Schülern des Kepler-Gymnasiums gut angenommen wird, zeigt ihr großes freiwilliges Engagement. Jedes Jahr gibt es eine große Aktion für die gesamte Schulgemeinschaft, wie z.B. eine Schulkirmes oder einen Sponsorenlauf, deren Erlöse dem Projekt zugute kommen. Auch bei sonstigen Schulereignissen, wie der Aufführung eines Musicals oder dem Abiturgottesdienst, wird für die Schüler in Lamidanda gesammelt. Zudem beteiligen sich die Schüler auch an Veranstaltungen wie dem Nepalbasar. „Jeder, der möchte, kann sich engagieren“, so Wirtz-Königshausen. Durch Unterrichtsreihen in verschiedenen Fächern und Projekten, die allerdings zum Teil noch entwickelt werden müssen, sollen die Schülerinnen und Schüler darüber hinaus Einblicke in die Lebensweise und Kultur von Menschen in einem anderen Teil der Welt gewinnen. „Wir versprechen uns durch das Projekt, dass Schülerinnen und Schüler soziale Verantwortung übernehmen und sich ganz konkret mit der Frage der Entwicklungspolitik auseinandersetzen“, erklärt die engagierte Lehrerin. Und das geht schon früh los. Jedes Jahr zu Weihnachten bemalen die Fünftklässler insgesamt 1200 Briefumschläge, damit alle Schüler des Gymnasiums einen Umschlag zu Hause unter den Tannenbaum legen können. Wer mag, kann seine Geschenke teilen und das Kuvert füllen. „Letztes Jahr sind insgesamt 1000 Euro zusammen gekommen“, freut sich Franziska Wirtz-Königshausen. Davon können in Nepal zehn Kinder ein Jahr lang die Schule besuchen, inklusive Schulgeld, Schuluniform, Schulmaterialien und Essen. Schon mit etwa acht Euro im Monat wird einem Kind also die Chance auf Bildung ermöglicht.
Damit die Spendengelder direkt und ohne Abzüge den Adressaten zukommen, haben einige Lehrerinnen und Lehrer einen gemeinnützigen Verein am Kepler gegründet, über den alle Interessierten das Schulprojekt unterstützen können.
Gabi Scherotzki

Wiedergabe des Artikels mit freundlicher Genehmigung der Autorin und der Redaktion
Quelle: Mittendrin. Magazin für Ibbenbüren und das Tecklenburger Land, Dezember 2009, S. 22/23.

Auch wenn bei Ihnen kein schön bemalter Umschlag unter dem Weihnachtsbaum liegt, werden sich die Kinder in Nepals entlegenen Gebieten über Ihre Hilfe freuen. Das Nepal-Spendenkonto: Kepler-Gymnasium, Konto-Nr. 72502081, Kreissparkasse Steinfurt (BLZ 40351060). Bitte Namen und Adresse nicht vergessen, damit Sie eine Spendenquittung erhalten.

Verantwortlich für den Inhalte dieser Seite ist Franziska Wirtz-Königshausen.

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